Pflanzen.Ernten.Essen.Kompostieren
Im Mai 2019 stand ich vor der großen Frage, was ich in den großen Trog, der den Gullideckel in unserem Vorgarten verdeckt, pflanzen soll. Es war klar, dass ich vor allem blühende, hängende Pflanzen pflanzen würde. Zwischen den Blühpflanzen sollte es aber auch etwas grünes „Laub“ geben. Ursprünglich hatte ich an Lakritzkraut gedacht. Dieses hatte die Gärtnerei in unserer Nähe leider nicht, weshalb mir die Gärtnerin riet doch Süßkartoffeln zu setzen, da diese ebenfalls sehr schönes Laub besitzen. Damals dachte ich aus irgendeinem Grund gar nicht darüber nach, dass diese Pflanze auch essbare Knollen hat, die momentan einen ziemlichen Hype in Deutschland erleben, in Form von Pommes etc..
Zu Hause habe ich die zwei Pflänzchen dann eingepflanzt, und mir wurde bewusst, dass ich im Herbst evtl. Süßkartoffeln ernten kann. Die Süßkartoffelpflanzen waren über den Sommer hinweg sehr pflegeleicht. Ich habe sie in sehr humusreiche Erde (Kompost), an einen vollsonnigen Standort gesetzt und alle 2-3 Tage je nach Wetter gegossen.

Die Pflanzen haben sich mit der Zeit prächtig entwickelt. Auf dem oberen Foto ist eine Pflanze zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die zweite (s. unteres Foto). Das Laub war über den ganzen Sommer sehr saftig grün. Im September begann es sich dann langsam gelb bis leicht braun zu färben. Im Hochsommer habe ich leider keine Fotos gemacht.

Jetzt im Oktober hat sich das Laub weiter gelb und braun verfärbt und man kann mit der Ernte beginnen.
Ehrlich gesagt war ich etwas skeptisch, ob sich überhaupt Süßkartoffeln gebildet haben. Zuerst habe ich das Grün der Pflanze entfernt und dabei einen Teil der Wurzeln rausgerissen.
Die Enttäuschung war sehr groß, denn weit und breit war keine Süßkartoffel zu sehen. Nachdem ich ein bisschen tiefer Richtung Boden gegraben hatte, traf ich auf etwas Hartes. Einen Stein. Mir war schon zum Aufgeben zumute, als ich beim Graben nochmal auf etwas Hartes stieß. Beim genauen Hinsehen konnte ich die rötliche Haut der Süßkartoffel erahnen.



Jetzt grub ich natürlich zügig weiter und hatte kurz darauf zwei dicke Süßkartoffeln in der Hand. Auch die zweite Pflanze hatte zwei große Süßkartoffeln angelegt. Voller Stolz habe ich die Knollen natürlich sofort meiner Familie präsentiert (der einizige, der die ganze Aufregung nicht so ganz nachvollziehen konnte, war unser Hund :-D).
Für das nächste Jahr ist auf jeden Fall schon sicher, dass der grüne Part meiner Blumenkästen mit Süßkartoffeln bestückt wird, da man neben dem schönen Laub während des Sommers am Ende der Lebenszeit der Pflanze noch eine schöne Überraschung unter der Erde findet.
Zwei der Süßkartoffeln wurden übrigens zu Pommes verarbeitet, die sehr hervorragend geschmeckt haben. Die anderen beiden warten an einem dunklen Ort noch auf ihre Verwertung.
Natürlich wurden unsere Würmer auch nicht vernachlässigt. Um den Kreislauf wieder zu schließen, bekamen sowohl diese als auch der Bokashi einen Teil der Ernte, in Form der langsam verwelkenden Blätter ab.

Mit dem entstehenden Wurmhumus und dem Kompost aus dem Bokashisystem werden wir im nächsten Jahr unseren Blumenkästen düngen, was auch den neuen Süßkartoffelpflanzen zu Gute kommen wird.
Falls ihr nächstes Jahr auch einen grünen Part in euren Blumenkästen haben und zusätzlich im Herbst eine Ernte einfahren wollt, denkt mal über die Pflanzung von Süßkartoffeln nach. Allein das Gefühl, eigen produzierte Lebensmittel in der Hand zu halten, ist unschlagbar!
Passend zum Erntedankfest haben wir heute Trauben bei einem Bekannten gepflückt und mit Hilfe einer Obstpresse entsaftet. Wer keine Obstpresse zu Hause hat, kann natürlich die Weintrauben wie die Holunderbeeren auch mit einem Dampfentsafter entsaften.
Zur Aufbewahrung der Säfte verwenden wir meistens 1l-Weck-Flaschen oder pfandfreie Glasflaschen (z. B. Weinflaschen), die wir das ganze Jahr über sammeln.
Ein großer Vorteil von Weckflaschen ist, dass man direkt am nächsten Tag bzw. wenn diese abgekühlt sind, festellen kann, ob diese ein Vakuum gebildet haben. Bei der Lagerung kann man auch einfach feststellen, ob ein Saft schlecht geworden ist, durch Kontrolle der Festigkeit der Deckel auf den Flaschen. Ist der Saft gekippt, kann man den Deckel meist einfach herabnehmen ohne am Gummi das Vakuum lösen zu müssen.
Auf dem Bild seht Ihr übrigens die Säfte von zwei verschiedenen Traubensorten, weswegen der eine eher dunkellila und der andere hellgelb ist.
In der untenliegenden Diashow könnt Ihr den Herstellungsprozess an Hand der Fotos genau verfolgen. Natürlich wurden die Würmer auch nicht vergessen und mit Resten der ausgepressten Weintrauben gefüttert.
Kosten: 0€ + evtl. Equipment
Zubereitungszeit: ca. 1/2 – 1 Tag (inkl. sammeln, bei einer Menge von 3 Wäschekörben Trauben)
Menge: ~ 35 Liter

Übrigens schmeckt der Saft nicht nur herrlich, sondern er eignet sich auch hervorragend als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk.
Viel Spaß beim Nachmachen und sollte es Fragen zu der Vorgehensweise geben, kannst du mir einfach einen Kommentar dalassen oder mir eine Mail schreiben.
Letztens habe ich einen schnellen Kürbisflammkuchen zubereitet. Da ich lediglich den halben Kürbis verbraucht hatte, stellte sich mir heute die Frage, was ich mit der anderen Hälfte anstellen könnte. Ich hatte mal wieder Lust auf Pasta, aber keine viel abzuspülen :-D. Also ist ein One-Pot-Pasta-Gericht entstanden.
Kosten: >=5€
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten + 20 Minuten Kochzeit
Menge: 4 Portionen

Guten Appetit!
Herbstzeit ist Pfifferlingszeit. Frische Pfifferlinge haben eine kurze Saison von einigen Wochen von Mitte August bis Mitte Oktober. Semmelknödel mit Pfifferlingrahmsauce (Eierschwammerlsauce) gehört zu meinen liebsten traditionellen Spätsommer-Familiengerichten. Ich möchte Euch das Rezept ohne Kuhmilchprodukte, das extra für mich abgewandelt wurde, verraten. Es schmeckt genauso wie das Original mit Sahne, wobei diese Variante weniger Fett und Kalorien hat.
Kleiner Tipp am Rande: Frische Pfifferlinge erhält man am besten auf dem Wochenmarkt.
Kosten: < 15€
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten + 20 min. Garzeit
Menge: 4 Portionen
Lass es dir munden :-D.
Heute hatte ich nicht viel Zeit für die Abendessenzubereitung. Nach der kurzen Inspektion meines Kühlschranks, der noch eine Rolle Blätterteig, einen Schafsjoghurt, einen halben Kürbis und Feta enthielt, habe ich beschlossen einen schnellen Kürbisflammkuchen zuzubereiten.
Den Flammkuchen kann man auch hervorragend als Vorspeise reichen.
Kosten: <10€
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten + 10 Minuten Backzeit Kürbis + ~15 Minuten Backzeit des Flammkuchens
Menge: 2 Portionen (Vorspeise: 6 Portionen)

Buon Appetito!