Bokashi

Wie bereits kurz bei der Vorstellung der Wurmkiste erwähnt, legte ursprünglich der Bokashi den Grundstein unserer Indoor-Kompostkarriere.

Was ist Bokashi?

Das Wort Bokashi stammt aus dem Japanischem und bedeutet „fermentiertes organisches Material“. Konkret ist Bokashi ein Dünger wie reifer Kompost, der unter Ausschluß von Sauerstoff in der eigenen Wohnung aus Küchenabfällen hergestellt werden kann.

Warum wir eigenen Kompost in der Wohnung herstellen?

Denis und ich bepflanzen jedes Jahr Balkonkästen, in denen die Pflanzen meist mehr oder weniger gut wachsen. Ein Nachbar von uns schmückt jedes Jahr seinen ganzen Balkon mit fantastischen Blumenkästen und Ampeln, die stets wesentlich besser wuchsen als unsere. Wir wollten auch so wallende Blumen auf unseren Fenstersimsen haben und befragten ihn was das Geheimnis seiner Blütenpracht sei. Neben regelmäßigem Gießen und dem perfekten Standort, bessert unser Nachbar seine Blumenerde alljährlich mit selbsthergestelltem reifen Kompost auf, was ihm neben der herrlichen Blütenpracht zu einem sehr ertragreichen Gemüsegarten verhilft. Da Denis und ich in einer Wohnung mit Terrasse leben, war das Anlegen eines Komposts im Außenbereich keine Option für uns. Wir wollten aber auch unsere Erde mit selbsthergestelltem Dünger aufbessern. Wir begannen zu recherchieren und entdeckten im Internet den Bokashi-Eimer. Dieser wurde unter anderem damit beworben, dass man in der eigenen Wohnung ganz einfach seinen eigenen Kompost geruchsneutral herstellen kann. Anfangs waren wir ziemlich skeptisch, da wir weder neue Mitbewohner, in Form von Ungeziefer, noch unangenehme Gerüche auf Grund der Fermentierung in unserer Wohnung haben wollten. Zu guter Letzt überwiegte aber die Neugier und die Hoffnung auf eigenen Kompost, weswegen wir zwei Bokashi-Eimer bestellten.

Wie funktioniert die Herstellung von Bokashi und was sind dessen Vorteile?

Um eigenen Bokashi herstellen zu können benötigt man einen Bokashi-Eimer, Küchenabfälle und effektive Mikroorganismen (wurden bei uns in Form eines Substratsgemisch/Streuguts mitgeliefert).

Der Bokashi-Eimer unterteil sich in zwei Bereiche. Unterhalb des Siebs sammelt sich die beim Fermentationsprozess entstehende Flüssigkeit, welche man, 1:100 mit Wasser verdünnt, als Flüssigdünger nutzen kann oder pur als Abflussreiniger (funktioniert wirklich hervorragend auch bei langen Haaren). Der flüssige Dünger bzw. Abflussreiniger kann ganz einfach mit Hilfe des grünen Zapfhans (Bild: grüner Knopf) täglich abgezapft werden. Oberhalb des Siebs im Haupbereich des Eimers werden die Küchenabfälle geschichtet, zusammengedrückt und nach jeder Schicht mit dem in unserem Falle mitgelieferten Trockensubstrat bestreut. Danach wird der Eimer stets wieder lufdicht mit seinem Deckel verschlossen um eine anerobe Fermentation zu gewährleisten. Nach ca. 4 – 6 Wochen ist der Eimer, bis unter den Rand gefüllt. Nun verschließt man diesen für insgesamt 3 – 4 Wochen. In dieser Zeit sollte man regelmäßig die entstehende Flüssigkeit abzapfen, damit sich diese im Behälter nicht staut.

Sind die 3 – 4 Wochen vergangen, kann man den Bokashi ernten. Diesen kann man nun hervorragend in seine Blumenkästen zur vollständigen Verrottung direkt einarbeiten oder wie wir noch ein paar Wochen in einem großen runden Eimer mit Erde (bei uns Blumenerden aus alten Blumenkästen) draußen stehen lassen, damit dieser sich weiterzersetzt. Diese mit Bokashi aufgewerte Erde verwenden wir dann wieder zum Anpflanzen von neuen Blumenkästen.

Da unser mitgeliefertes Substrat schon lange aufgebraucht ist und wir dieses nicht gerade günstig finden, haben wir uns erkundigt wie wir selbst effektive Mikroorganismen herstellen können.

Effektive Mikroorganismen kann man selbst mit Hilfe einer Urkultur, eines Fermenteners mit Heizstab und Glucose in Form von Zuckerrübensirup vermehren. Da dies eine kostengünstigere Alternative zu sein schien, entschieden wir uns zur eigen Produktion der Mikroorganismen. Diese können übrigens nicht nur zur Fermentation des Bokashis verwendet werden, sondern eignen sich auch für diverse andere Zwecke, wie zum Beispiel zum Putzen oder zur Geruchsneutralisierung. Einer Arbeitskollegin, die starke Probleme mit Schuppenflechte hat, habe ich mal von den effektiven Mikroorganismen erzählt und dass ich gelesen habe, das diese scheinbar bei Schuppenflechte zur Linderung beitragen könnten. Ich brachte ihr eine Flasche mit und sie meinte, dass das Auftragen bzw. Baden mit den effektiven Mikroorganismen ihre Schuppenflechtenbeschwerden scheinbar verbessern würde. Seitdem bringe ich ihr regelmäßig eine Flasche mit :-D.

Da die effektiven Mikroorganismen nun in flüssiger Form bei uns vorliegen und nicht mehr in substrathaltiger überlegten wir, wie wir den Bokashi noch zusätzlich aufwerten könnten. Zusätzlich zur Bestäubung des frischen Küchenabfalls mit Mikroorganismen, bestreuen wir jede Schicht stets mit Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle.
Das Urgesteins wird unter anderem zur Wiederanreicherung wichtiger Mineralstoffe und Spurenelemente im Boden angewendet.
Die Pflanzenkohle ist nicht nur ein hervorragender Speicher für Wasser und Nährstoffe, sondern lockert die Erde auch auf und macht diese für Sauerstoff und Wasser durchlässiger.

Welche Vorteile bringt der Bokashi mit sich?

  • Kompostherstellung aus eigenen Zutaten auf kleinstem Raum
  • Verpackt in der luftdichten Box strömen keinerlei Gerüche aus dem System
  • Wiederverwertung bzw. Kreislaufführung von Obst- und Gemüseresten
  • Man kann jegliches Obst und Gemüse im Bokashi verwerten
  • Nach 2 Monaten ist der Bokashi im Gegensatz zum normalen Kompost einsatzbereit
  • die entstehende Flüssigkeit beim Fermentationsprozess kann sowohl als Dünger als auch als Abflussreiniger eingesetzt werden.

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